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Reale Modelle trotz realistischer Renderings?


In Zeiten digitaler Bildproduktion, die scheinbar alle Wünsche nach illusionistischen Darstellungseffekten erfüllt, wundern sich manche, dass die gute alte Methode des „echten“ Architekturmodellbaus nach wie vor unverzichtbar ist. Aber in diesem Fall verhält es sich so wie bei anderen Medien auch: Die neuen ersetzen die bestehenden nicht, sondern sie verändern lediglich deren allgemeine Bedeutung und deren Einsatzgebiete. Warum das so ist, können die Architektin Elisabeth Rosenkranz und der Innenarchitekt Andreas Burgmann aus erster Hand berichten. Seit 14 Jahren stellen sie mit ihrem Team die unterschiedlichsten Modelle her: Architektur-, Städtebau-, Präsentations-, Detail- und Funktionsmodelle sowie Exponate und Displays. Vor drei Jahren zogen sie mit ihrem Modellbauatelier in das Kölner „Kreativ-Viertel“ Ehrenfeld, um einen besonders engen Kontakt zu ihren Auftraggebern zu pflegen, die den jeweiligen Entstehungsprozess eines Modells aktiv begleiten. Dabei kommt eine Vielzahl von Material- und Farbvarianten zum Einsatz, die für die Vermittlung einer Entwurfsidee von entscheidender Bedeutung sein können. Die plan-Besucher sind eingeladen, sich an einem offenen Austausch über zentrale Fragestellungen zur Rolle des Modells im komplexen architektonischen Entwurfs- und Umsetzungsprozess zu beteiligen.
Ganz bewusst suchen Rosenkranz und Burgmann aber auch die Nähe zur zeitgenössischen Kunst: „Künstler überschreiten immer wieder Grenzen und zeigen neue Möglichkeiten und Betrachtungsweisen auf. Hier entstehen Anregungen und Inspirationen, die transformiert und im Modell verarbeitet werden können.“ Deshalb werden nicht nur die eigene Arbeit, sondern auch künstlerische Beiträge von Christiane G. Schmidt, Julja Schneider, Wolfgang Stöcker und Walbrodt gezeigt. Dabei gehen sie – im Rahmen einer Ausstellung, eines Vortrags und eines Workshops mit Performance-Elementen – der Frage nach, wie die Gestaltung von Stadt durch Kunst inspiriert und beeinflusst werden kann.
Und auch für Kinder ist etwas vorbereitet: Sie können mit verschiedenen Bausätzen Erfahrungen im Konstruieren und Entwerfen sammeln.

Ort:
3DMODELL.com, Stammstraße 21–23, Ehrenfeld

Öffnungszeiten:
25.09., 18–22 Uhr, Eröffnung
26.–02.10. 13–21 Uhr

Termine:
Fr 25.09., 19 Uhr, Einführung in die Ausstellung mit Christiane G. Schmidt, Julja Schneider, Wolfgang Stöcker und Walbrodt
Sa 26.09., 15 Uhr, Diskussion Modell und Abstraktion mit Hannes Hermanns, Architekt, Kleve
So 27.09., 15 Uhr, Diskussion Geschichte und Zukunft des Architekturmodells mit Burkard Dewey, Architekt und Stadtplaner, Köln
Mo 28.09., 19 Uhr, Vortrag Die letzten Dinge und der urbane Raum – Wo ist der Tod in Köln? von Wolfgang Stöcker
Do 01.10., 19 Uhr, Workshop Freiraum Straße mit Walbrodt
Sa–Fr 26.09.–02.10., 17–19 Uhr, tägl. Gesprächsangebot und Konstruieren und Entwerfen mit Bausätzen für Kinder

Info:
Elisabeth Rosenkranz, Andreas Burgmann,
T 0221–9559846

Foto: Bernhard Schaub



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